Zur Arbeit gehen. Gespräche führen. Termine einhalten. Mit anderen lachen. Den Alltag bewältigen.
Von außen kann alles vollkommen normal aussehen.
Und genau das macht psychische Erkrankungen manchmal so schwer erkennbar.
Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention macht mit einer bemerkenswerten Kampagne auf eine weniger bekannte Seite der Depression aufmerksam: das „Gefühl der Gefühllosigkeit“.
Menschen mit Depression können unter einer tiefen inneren Leere leiden. Freude, Interesse, Nähe – manchmal scheint kaum noch etwas anzukommen.
Für ihren Kampagnenfilm wurde dieses Phänomen auf ungewöhnliche Weise übersetzt: Mehrere scheinbar ganz normale Alltagsszenen zeigen Menschen bei der Arbeit, mit Freunden oder Angehörigen.
Erst später wird deutlich: Drei dieser Szenen wurden mit KI erzeugt. Nur eine Person ist real – der ehemalige Profisportler Enosch Wolf, der selbst an einer Depression erkrankt war.
Die KI zeigt Gefühle, ohne sie tatsächlich zu empfinden.
Eine starke Metapher für einen Zustand, den Außenstehende oft kaum erkennen können.
Und sie berührt auch eine Frage, die uns in der Burnout-Prävention immer wieder begegnet:
Wie viel sagt Funktionieren eigentlich darüber aus, wie es einem Menschen geht?
Wir neigen dazu, Belastung dort zu vermuten, wo sie sichtbar wird.
Wenn Leistung nachlässt.
Wenn Fehlzeiten steigen.
Wenn jemand sich zurückzieht.
Wenn der Alltag nicht mehr funktioniert.
Doch psychische Belastungen beginnen nicht erst an diesem Punkt.
Menschen können sehr lange leistungsfähig erscheinen und gleichzeitig enorme Kraft dafür aufwenden, genau diesen Zustand aufrechtzuerhalten.
Das bedeutet nicht, dass hinter jedem stillen Kollegen oder jeder erschöpften Mitarbeiterin eine Depression steckt. Und Burnout und Depression sind nicht dasselbe.
Aber es bedeutet, dass Leistungsfähigkeit allein kein verlässlicher Gradmesser für psychisches Wohlbefinden ist.
Für Führungskräfte, Kolleginnen und Kollegen ist deshalb etwas anderes entscheidend: Veränderungen wahrnehmen. Interesse zeigen. Gespräche ermöglichen. Und eine Kultur schaffen, in der die Antwort auf „Wie geht es dir?“ auch einmal etwas anderes sein darf als „Gut“.
Vielleicht sollten wir psychische Gesundheit weniger daran messen, ob jemand noch funktioniert.
Und häufiger daran, wie es diesem Menschen tatsächlich geht.
Quelle/Inspiration: Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention, Kampagne „Gefühl der Gefühllosigkeit“
Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell geprüft.
