83 % sind mit ihrem Beruf zufrieden.
28 % würden ihn trotzdem verlassen.
Auf den ersten Blick passen diese beiden Zahlen nicht zusammen.
Doch genau darin steckt eine wichtige Erkenntnis des Deutschen Schulbarometers Lehrkräfte 2026 der Robert Bosch Stiftung.
Die große Mehrheit der Lehrkräfte ist mit ihrer Arbeit zufrieden. 89 % arbeiten gerne an ihrer Schule, 75 % würden sie sogar als guten Arbeitsplatz weiterempfehlen.
Gleichzeitig würde mehr als jede vierte Lehrkraft den Beruf aufgeben, wenn sich eine Alternative böte.
Vielleicht sollten wir deshalb mit einer Vorstellung aufräumen:
Man kann seinen Beruf lieben – und trotzdem nicht mehr unter seinen Bedingungen arbeiten können.
Das zeigt sich auch bei der Belastung.
36 % der Lehrkräfte fühlen sich mehrmals pro Woche oder täglich durch ihre Arbeit erschöpft.
19 % sind bereits morgens müde, wenn sie an den bevorstehenden Schultag denken.
Und die größte berufliche Herausforderung hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft:
46 % nennen inzwischen das Verhalten von Schüler:innen.
2024 waren es noch 35 %, 2025 bereits 42 %.
Dabei geht es nicht darum, Schüler:innen zum Problem zu erklären.
Schulen sind heute mit einer Vielzahl gesellschaftlicher Herausforderungen konfrontiert. Psychische Belastungen, unterschiedliche Unterstützungsbedarfe, soziale Probleme und schwierige Gruppendynamiken landen zwangsläufig auch im Klassenzimmer.
Die entscheidende Frage lautet deshalb:
Wer trägt diese Herausforderungen?
Wenn Lehrkräfte neben ihrem Bildungsauftrag zunehmend soziale, psychologische und organisatorische Aufgaben auffangen müssen, reicht es nicht, ihnen zu sagen, sie müssten resilienter werden.
Genau hier beginnt systemische Burnout-Prävention.
Interessanterweise liefert das Schulbarometer selbst Hinweise darauf, was entlasten kann: Eine kooperative Schulkultur mit gemeinsamen Werten und Zielen sowie Unterstützungsangebote wie Schulsozialarbeit stehen mit geringerer Belastung in Zusammenhang.
Es geht also nicht nur darum, einzelne Lehrkräfte besser auf schwierige Situationen vorzubereiten.
Es braucht Strukturen, die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen.
Multiprofessionelle Teams.
Schulsozialarbeit und schulpsychologische Unterstützung.
Funktionierende Zusammenarbeit.
Zeit für Austausch.
Klare Zuständigkeiten.
Und eine Kultur, in der Überlastung angesprochen werden kann.
Denn Motivation schützt nicht automatisch vor Erschöpfung.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft dieser Zahlen:
Wenn Menschen ihren Beruf gerne machen und trotzdem darüber nachdenken, ihn zu verlassen, sollten wir nicht zuerst die Menschen hinterfragen.
Sondern die Bedingungen, unter denen sie arbeiten.
Quelle: Deutsches Schulbarometer Lehrkräfte 2026, Robert Bosch Stiftung; repräsentative Befragung von 1.547 Lehrkräften und Schulleitungen an allgemein- und berufsbildenden Schulen in Deutschland.
Deutsches Schulbarometer Lehrkräfte 2026
Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell geprüft.
