Und mitten im sogenannten „Wonnemonat“ zeigen aktuelle Zahlen, wie groß die Herausforderung inzwischen geworden ist.
Eine neue Trendstudie des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) macht deutlich:
Psychische Belastungen sind längst kein Randthema mehr in Unternehmen.
👉 71 % der befragten Betriebe sehen psychische Belastungen inzwischen als wichtiges Thema an.
👉 91 % führen bereits allgemeine Gefährdungsbeurteilungen durch.
👉 In 73 % werden dabei psychische Belastungsfaktoren erfasst.
👉 Ebenfalls 91 % führen Gespräche im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM).
Das zeigt:
Das Bewusstsein wächst.
Und trotzdem wird gleichzeitig sichtbar, wie groß die Unsicherheit vieler Unternehmen weiterhin ist – besonders bei kleinen und mittleren Betrieben.
Zwischen 21 und 38 % der Unternehmen fühlen sich laut Studie nicht ausreichend informiert. Rund 30 % wünschen sich mehr praxisnahe Unterstützung, Aufklärung und konkrete Angebote zur psychischen Gesundheit.
Denn die Belastung bleibt hoch.
Aktuelle Zahlen aus verschiedenen Gesundheitsreports und Monitorings zeigen:
📌 Psychische Erkrankungen verursachten 2024 rund 17,4 % aller Fehltage.
📌 Die durchschnittliche Falldauer lag bei 33 Tagen, bei älteren Beschäftigten sogar bei rund 58 Tagen.
📌 66 % der Menschen geben an, sich häufig oder zumindest manchmal gestresst zu fühlen.
📌 22 % der Erwachsenen zeigen depressive Symptomatik, 14 % Angstsymptomatik.
📌 Besonders betroffen sind Berufe mit hoher emotionaler Belastung – etwa Pflege, Betreuung und Erziehung. Dort liegen die psychischen Fehltage teilweise über 70 % höher als im Durchschnitt.
Und vielleicht ist genau das die entscheidende Entwicklung:
Psychische Gesundheit wird nicht mehr nur als individuelles Thema betrachtet.
Sondern zunehmend als Frage von Arbeitskultur, Führung, Prävention und gesellschaftlicher Verantwortung.
Gerade im Mai, dem Monat der psychischen Gesundheit, lohnt sich deshalb eine ehrliche Frage:
👉 Reagieren wir noch auf Erschöpfung – oder beginnen wir wirklich, Gesundheit systemisch mitzudenken?
Denn Prävention bedeutet nicht nur, Menschen resilienter zu machen.
Sondern auch Strukturen zu schaffen, in denen Menschen langfristig gesund bleiben können.
🔎 Quellen:
ifaa Trendstudie Psychische Gesundheit im Betrieb 2026
Mental Health Monitor Deutschland 2026
