Nicht die Tools erschöpfen. Es ist der Rhythmus, in dem wir sie nutzen.
Mehr Software, mehr Benachrichtigungen, mehr Meetings – weniger Tiefe.
KI verspricht Entlastung und erzeugt zugleich einen stillen Erwartungsdruck: schneller, mehr, sofort.
Das ist kein Zeichen, dass Menschen „nicht mitkommen“.
Es ist ein Hinweis darauf, dass Aufmerksamkeit eine begrenzte Ressource ist – und dass Sinn & Beziehung nicht beliebig skalieren.
💻 Wie sich Technostress anfühlt
- Fokus zerfasert: Du weißt, was zu tun wäre, aber nicht mehr wo du anfangen sollst.
- „Meeting-Hangover“: Formell war alles geklärt, innerlich blieb nichts ruhiger.
- Reizüberfluss: 15 Tabs, 6 Chats, 3 Pings – und trotzdem fehlt eine Entscheidung.
- Erfolge fühlen sich leer an: Output hoch, Bedeutung niedrig.
💻 Warum KI-Fatigue anders sticht
- Tempo-Asymmetrie: Maschinen liefern in Sekunden – Menschen integrieren in Kontext, Kultur und Verantwortung.
- Invisible Rework: Zeitersparnis vorne, Nacharbeit hinten (Prüfen, Übersetzen, Abstimmen).
- Beziehungs-Last: Je mehr wir automatisieren, desto bewusster müssen wir Mensch-zu-Mensch sichern.
👉 Technostress ist Rhythmusstress.
👉 KI-Fatigue ist Sinn- und Beziehungsstress.
🔭 Perspektiven, die Klarheit schaffen
- Tempo vs. Takt: Mehr Takt ist nicht mehr Leistung. Output steigt nicht linear mit Frequenz.
- Synchron vs. asynchron: Nicht jeder Austausch braucht ein Meeting; Beziehung ja – Status nicht zwingend live.
- Signal vs. Rauschen: Informationsfluss ist nur gesund, wenn er entscheidungsfähig macht – sonst erschöpft er.
- Menschliche Arbeit: Beziehung, Urteil, Verantwortung – das lässt sich nicht automatisieren, nur übersehen.
🔭 Woran man den falschen Takt erkennt (bevor KPIs kippen)
- Gespräche werden kürzer, Mails länger.
- Entscheidungen werden mehr, aber nicht klarer.
- Menschen sind anwesend, aber nicht verbunden.
- „Schnell noch“ wird Standard – Erholung verschwindet aus der Woche.
Wer nur „mehr Tooling“ organisiert, beschleunigt Erschöpfung.
Wer Rhythmus gestaltet, schafft Entlastung – ohne Leistung zu verlieren.