Eine aktuelle Befragung des Versicherers AXA zeigt ein bemerkenswertes Bild:
31 % der Erwachsenen in Deutschland geben an, aktuell von einer psychischen Erkrankung betroffen zu sein.
Noch bemerkenswerter ist jedoch ein anderer Wert:
👉 24 % der Betroffenen verzichten vollständig auf eine Behandlung.
Weitere 24 % setzen auf Selbstbehandlung.
Das wirft eine wichtige Frage auf:
Warum suchen Menschen trotz hoher Belastung keine professionelle Unterstützung?
Mögliche Antworten gibt es viele:
• lange Wartezeiten auf Therapieplätze
• Unsicherheit über passende Hilfsangebote
• Stigmatisierung psychischer Erkrankungen
• Hoffnung, das Problem allein lösen zu können
• Überforderung durch die Vielzahl an Informationen im Internet
Gleichzeitig zeigt die Studie weitere interessante Zusammenhänge:
Psychische Belastungen betreffen insbesondere jüngere Menschen. Während bei den 18- bis 24-Jährigen 41 % von einer psychischen Erkrankung berichten, liegt der Anteil bei den 65- bis 75-Jährigen bei 15 %.
Auch die Arbeitswelt spielt eine Rolle.
Jeder fünfte Beschäftigte war im vergangenen Jahr mindestens einmal aufgrund psychischer Belastungen krankgeschrieben.
Bemerkenswert ist zudem ein Ergebnis zum Arbeitsmodell:
Menschen, die teilweise im Büro und teilweise im Homeoffice arbeiten, berichten seltener von psychischen Erkrankungen als Personen, die ausschließlich im Büro oder ausschließlich im Homeoffice tätig sind.
Vielleicht erinnert uns das an etwas Grundlegendes:
Menschen brauchen nicht nur Flexibilität.
Sie brauchen auch Verbindung.
57 % der Befragten geben an, dass die Beziehung zu Kolleginnen und Kollegen ihr emotionales Wohlbefinden positiv beeinflusst.
Psychische Gesundheit entsteht nicht ausschließlich im Therapieraum.
Sie entsteht auch in unserem Alltag.
In Beziehungen.
In Teams.
In einer Kultur, in der Belastungen frühzeitig angesprochen werden dürfen.
Prävention beginnt oft lange bevor eine Diagnose gestellt wird.
Quelle: AXA Mental Health Report 2024 / Ipsos
