Die Arbeitswelt ist überwiegend linear gebaut: konstantes Tempo, stabile Verfügbarkeit, gleichförmige Leistungskurve.
Der Körper ist zyklisch: in Wellen von Energie, Temperaturregulation, Schlafqualität, Konzentration. Spätestens in der Menopause wird dieser Widerspruch sichtbar – nicht als Defizit, sondern als Realität.
Viele Frauen zwischen 45–55 halten Verantwortung, Projekte, Teams zusammen.
Gleichzeitig wechseln Phasen: Nächte, die unruhiger sind. Tage, die heißer sind. Momente, in denen Denken „milchig“ wird – und Stunden, in denen Fokus und Klarheit glänzen. Nicht krank. Nicht schwach. Zyklisch.
Der Fehler liegt selten im Menschen.
Er liegt in der linearen Erwartung an Leistung – als müsse sie jeden Tag gleich aussehen.
Drei Perspektivwechsel, die das System gesünder machen (ohne „Tricks“):
• Leistung als Welle, nicht als Linie. Qualität bleibt hoch, wenn sie sich bewegen darf – tief arbeiten, wenn Klarheit da ist; Routine, wenn Regeneration gebraucht wird.
• Zeit ist nicht die einzige Währung. Schlaf, Temperatur, Reizpegel, Ernährung, soziale Dichte: Sie steuern Energie, nicht nur Stunden.
• Sichtbarkeit ohne Rechtfertigung. Menopause ist Arbeitsrealität. Wenn sie benannt werden darf, entsteht Gestaltung – nicht Entschuldigung.
Das Narrativ „höher, schneller, weiter“ trägt hier nicht.
Zyklische Systeme tragen: Sie sind belastbar, weil sie Rhythmus erlauben – Anspannung und Entspannung, Fokus und Freiraum. So entsteht Leistung, die haltbar ist.
Vielleicht ist Menopause @ Work kein „Sonderfall“, sondern der sichtbarste Beweis dafür, dass Menschen nicht linear funktionieren – und Organisationen es auch nicht sollten.
Frage: Was verändert sich in deinem Blick auf gute Leistung, wenn du sie als Welle statt als gerade Linie denkst?
