Homeoffice macht nicht krank. Grenzenlosigkeit schon.

Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob Homeoffice besser oder schlechter ist als das Arbeiten im Büro.

Die Forschung zeigt jedoch: Die entscheidende Frage ist nicht wo wir arbeiten.

Sondern wie gut es uns gelingt, zwischen Arbeit und Privatleben Grenzen zu ziehen.

Viele Beschäftigte erleben heute einen Arbeitsalltag, in dem diese Grenzen zunehmend verschwimmen.

Der Laptop bleibt geöffnet.

Die letzte E-Mail wird noch schnell am Abend beantwortet.

Zwischen zwei Meetings wird die Waschmaschine angestellt.

Und während der Familienzeit kreisen die Gedanken bereits um den nächsten Arbeitstag.

Das klingt nach Flexibilität.

Für viele bedeutet es aber vor allem eines:

Dauerpräsenz.

Unser Gehirn kennt keinen Schalter, der innerhalb weniger Sekunden zwischen beruflicher Verantwortung und Erholung umlegt.

Regeneration braucht Übergänge.

Früher übernahm oft schon der Arbeitsweg diese Funktion.

Heute endet ein Meeting – und fünf Sekunden später beginnt das Familienleben.

Ohne Pause.

Ohne mentalen Wechsel.

Ohne Erholung.

Gerade Wissensarbeit ist davon besonders betroffen.

Denn sie endet selten mit dem Ausschalten des Computers.

Sie begleitet uns im Kopf.

Beim Einkaufen.

Beim Abendessen.

Oder nachts um drei Uhr, wenn plötzlich die Lösung für ein Problem auftaucht.

Deshalb sollten wir aufhören, Homeoffice pauschal zu bewerten.

Für manche Menschen bedeutet es mehr Freiheit.

Für andere mehr Vereinbarkeit.

Für wieder andere wird es zur Quelle permanenter Erreichbarkeit.

Burnout-Prävention beginnt deshalb nicht mit der Frage:

Homeoffice – ja oder nein?

Sondern mit einer anderen:

Wo endet meine Arbeit – und wo beginnt meine Erholung?

Denn nicht der Ort entscheidet über unsere psychische Gesundheit.

Sondern die Qualität unserer Grenzen.

Gerade Führungskräfte können dazu einen entscheidenden Beitrag leisten.

Nicht indem sie Anwesenheit kontrollieren.

Sondern indem sie eine Kultur schaffen, in der Erholung nicht als fehlendes Engagement verstanden wird, sondern als Voraussetzung für nachhaltige Leistungsfähigkeit.

Flexibilität ist ein Gewinn.

Grenzenlosigkeit ist keiner.

💬 Wie erleben Sie das?

Fällt es Ihnen leicht, nach Feierabend wirklich abzuschalten – oder ist das heute schwieriger als noch vor einigen Jahren?

DBVB – Deutscher Bundesverband für Burnout-Prävention e.V.

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80798 München

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