„Quiet Quitting“ kennen viele: bewusst weniger investieren. Quiet Cracking ist anders – und neu im Diskurs: Menschen funktionieren nach außen weiter gut, während innerlich etwas bricht. Leistung, Präsenz und Termine stimmen, doch Motivation, Sinn und Verbundenheit erodieren – unauffällig, schleichend.
Was Quiet Cracking antreibt
Dauerbelastung und Unsicherheit, wiederholte Umorganisationen, Skill-Mismatch, ausbleibende Entwicklungsperspektiven – und ein Klima, in dem Erschöpfung leise bleibt. Nach außen: verlässliche Ergebnisse. Innen: Leere, Zynismus, Müdigkeit, Grübelschleifen.
Die Konsequenzen (ohne sofort sichtbar zu sein)
- Präsentismus mit Preis: Arbeit wird erledigt, aber ohne inneren Kontakt.
- Schwankende Qualität & Fehleranfälligkeit: Fokus reißt schneller ab.
- Soziale Erosion: Rückzug, weniger Austausch, „Dienst nach Vorschrift“ – nur ohne die bewusste Entscheidung dahinter.
- Bindung bröckelt: Die Frage „Warum noch hier?“ bleibt unbeantwortet.
Der stille Zwiespalt
Viele Betroffene erleben ein Dazwischen: „Ich sehe hier keine Zukunft“ – und gleichzeitig „Ich kann nicht kündigen“. Wirtschaftliche Sorgen, Verpflichtungen, Pflegeaufgaben, Standortbindung, Visastatus oder Inflation halten fest. Das Ergebnis: Innere Kündigung ohne äußeren Schritt – ein Zustand, der sich zäh anfühlt und kaum jemanden erkennen lässt, wie nah der Kipppunkt schon ist.
Woran es sich für Betroffene anfühlen kann
Morgenroutine ohne Vorfreude. Meetings als Pflicht, nicht als Austausch. Erfolge, die sich leer anfühlen. Wochenenden, die zu kurz sind, um wirklich zurückzukehren.
